Sonntag, 13. Februar 2011

First Law 01. Kriegsklingen - Joe Abercrombie

Eine solide Geschichte ohne geeignete Umsetzung.

Autorin: Jenna Black Serie Verlag: PAN; Broschiert Genre: Fantasy/Jugendbuch; Roman Originaltitel: Glimmerglass Erscheinungstermin: 03. Februar 2012 (bezieht sich auf die Ausgabe von PAN) ISBN/ASIN: 3426283506 Preis: 14,99 €  Direkt bei Amazon kaufenKriegsklingen

Klappentext:

"Dies ist die atemberaubende Geschichte von Logen, dem Barbarenkrieger, der eigentlich nur seine Ruhe haben will - wenn er nicht ständig um sein Leben kämpfen müsste. Und die Geschichte von Großinquisitor Glokta, der eigentlich durch nichts zu erschüttern ist - bis er auf eine lebende Legende trifft, die in seiner Stadt eine magische Intrige spinnt, und die das ganze Reich zu erschüttern droht ..."

Zum Autor:

Joe Abercrombie, geboren 1974 in Lancester, England, studierte Psychologie in Manchester und arbeitete als freischaffender Fernsehredakteur. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in London. Sein Debütroman » Kriegsklingen «, der Auftakt eines großen Fantasy-Abenteuers, wurde in Großbritannien, den USA und in Deutschland ein überwältigender Erfolg.

Autorenhomepage: www.joeabercrombie.com

(Aus: Kriegsklingen, Informationen zum Autor)

Rezension

Während verschiedenster Ereignisse gelangen der Barbarenkrieger Logen, der Erste der Magier, Bayaz, und sein Zauberlehring Quai  nach Adua, wo Bayaz seinen Sitz im geschlossenen Rat wieder einnehmen möchte. Allerdings hat er nicht mit der Skepsis des Erzlektors Sult gerechnet, der seinen Inquisitor Sand dan Glokta  auf Logen und Bayaz ansetzt um sie als Betrüger zu entlarven. Und der junge Degenfechter, Jezal, denkt mal wieder nur an Mädchen, bis er sich in Ardee, die Schwester seines besten Freundes und Kommandanten Collem West, verliebt. Doch ahnt niemand von ihnen, welche Ausmaße die Zeit mit sich bringt, denn Krieg breitet sich in allen Landen aus.

Der erste Band der mehrteiligen Saga des Fantasyautors Joe Abercrombie, » Kriegsklingen «, zeichnet sich durch eine gute Idee aus, die allerdings aufgrund mangelnder Umsetzung leider an Potenzial verliert. Dabei sind drei große Mankos sind zu nennen, welche dazu beitragen, dass dieses Werk nur mittelmäßig einzuordnen ist. Schon nach den ersten Seiten kristallisiert sich eine Art Comicsprache hervor. Obszöne, gewaltige, bestialische Begriffe, gepaart mit einer Vielzahl an Wortwiederholungen und Abkürzungen sowie ungehobelten Kraftausdrücken sorgen für kurz angebundene Dialoge, welche man sich in einem normalen Gesprächsverlauf so anders vorgestellt hätte. Dabei zeugt Abercrombies Sprachstil von einer ungewöhnlichen Seite, wie man Ereignisse anderwaltig als im Mainstream üblich darstellen kann. Schmutzige Folterungen, üble Nachstellungen und die obszönen Gedankengänge manch eines Charakters werden wahrheitsgetreu wiedergegeben. So sticht Abercrombie dadurch hervor, dass er nichts verschönigt, dem Leser die brutale Wahrheit wehrlos entgegensetzt - und das ist nicht jedermanns Geschmack. Vor allem die vielen Schimpfwörter und unverhohlene Nutzung aussagekräftiger Kraftausdrücke schmälern deutlich das Leseerlebnis, obgleich man verstehen kann, dass es zum Verlauf der Geschichte und den rauen Charakteren durchaus passend ist. Zu den Charakteren hat man anfangs noch gar keinen Bezug und kann diesen auch mit fortschreitender Seitenzahl nur gering aufbauen. Alle drei Protagonisten werden dem Leser farblos vorgesetzt, obwohl sie durchaus individuell in ihrer Gestaltung sind. Doch die Antisympathie mit jedem einzelnen zeigt die Unnahrbarkeit, welche einem beim Lesen entgegenschlägt, denn sich mit einer Figur auseinandersetzen zu können erfordert doch einiges an Geduld und Einfühlungsvermögen. Die Einzigen, welche mehr oder weniger symphatisch wirken, sind der Zauberlehrling Quai und der Erste der Magi, Bayaz.

Zur Handlung als solche ist leider auch zu erwähnen, dass während der gesamten Ereignisse kaum eine Entwicklung stattfindet: Alle Charaktere fallen unweigerlich in ihre alten Rollen zurück. Glokta beklagt sich selbst und schwelgt in Selbstmitleid, Jezal ist ein törrichter, selbstverliebter Narr (wobei das zum Ende sogar noch schlimmer wird, obwohl er in der Mitte des Romans gar nicht mal so unsymphatisch wirkt) und Logen weiß auch nicht so recht, was er wie machen soll. Ferro, eine Barbarin und Nebenfigur innerhalb des Handlungsstrangs, ist und bleibt eine Wilde. So zeichnet sich auch ihr Denkvermögen durch Sturheit und Arroganz im Übermaß aus. Die Längen sind jedoch am Schlimmsten. Den Roman hätte man auf die Hälfte reduzieren können, es hätte wunderbar gereicht. Doch durch unnötige Handlungsstränge und versessene Detailarbeit fühlt der Leser sich irgendwann nur noch genervt und sehnt gequält das Ende der Geschichte herbei. Das der Höhepunkt nicht überraschen kann und zwangsläufige und vorhersehbare Wendungen einkehren, bleibt dem Leser am Schluss nur die Ungewissheit, ob Abercrombie nun ein genialer, individueller Autor ist, der innovativ eine neue Richtung einschlägt - oder ob man sich einen weiteren Band der Serie wirklich antun soll. Potenzial hat die Geschichte als solches definitiv - die Frage ist, ob der Autor es ausbauen und zu nutzen in der Lage ist.

Fazit

Kriegsklingen von Joe Abercrombie ist ein ungewöhnlicher Fantasyroman der aus dem Mainstream heraussticht. Harte Worte, unsympathische Charaktere und der Hang zu Längen schmälern allerdings das Lesevergnügen deutlich und lassen den Roman zu einer Enttäuschung werden. Geduldigen Fans und Neugierige Gemütern ist trotz kontroverser Meinungsverschiedenheiten doch ein Blick in den Roman zu empfehlen - allerdings auf eigene Gefahr.

Gesamte Trilogie in einem Überblick:

01. Kriegsklingen
02. Feuerklingen
03. Königsklingen

Racheklingen - in derselben Welt angesiedelt, doch ein einzelstehender Roman.
Heldenklingen - ebenfalls ein einzelstehender Roman.
Blutklingen - Einzelroman.

Pro & Contra

+ Individuelle Charaktere
+ Tolles Cover
+ Teilweise spannend und interessant

o Einstieg gestaltet sich etwas schwierig
o Knallharter Schreibstil (der Geschichte entsprechend)

- Manchmal zu viele Details
- Unsympathische Charaktere
- Kaum Entwicklungsprozesse ersichtlich
- Vorhersehbar (teilweise)
- Ungenutztes Potenzial
- Rauer Umgangston, viele Kraftausdrücke

Bewertung:

Handlung: 1,5/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 1,5/5
Preis/Leistung: 2/5

Insgesamt:

Joe Abercrombie
Fantasyserie
Verlag: Heyne, Roman
Originaltitel: The blade itself
E.Termin: Januar 2007 (Ausgabe von Heyne)
ISBN/ASIN: 3570400972
ISBN-13: 978-3453532519
Preis: 15,00 €, 800 Seiten

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