Samstag, 23. April 2011

Hibiskussommer - Alyson Noël

Ein Sommer, der einen Menschen verändern kann!

Hibiskussommer

Klappentext:

"Colby hat es gerade geschafft, in Amandas angesagte Clique aufgenommen zu werden. Eigentlich sollte das der beste Sommer überhaupt werden, sogar der supercoole Levi beachtet sie auf einmal. Da schicken sie ihre Eltern zu ihrer verrückten Tante auf eine griechische Insel am Ende der Welt … ohne Internetanschluss! Wie soll Colby das überleben? Da lernt sie Yannis lennen, einen süßen griechischen Jungen. Vielleicht doch kein so schlechter Sommer ... "

Zum Autor:

Alyson Noël stürmte mit ihrer "Evermore" Reihe zuerst die New-York-Times, dann auch die Spiegel-Bestsellerliste. Doch überaus erfolgreich ist sie nicht zuletzt mit ihren Jugendromanen, die vielfach ausgezeichnet und in über 35 Sprachen übersetzt wurden. Die Kalifornierin, die gerne reist und lange Zeit als Stewardess um die Welt flog, verbrachte einige Jahre auf Mykonos und in New York. Heute lebt sie in Laguna Beach, Kalifornien.

(Aus: Hibiskussommer, Informationen zur Autorin)

Zum Roman:
Trotz all ihrer Proteste und Versuche, ihre Eltern davon zu überzeugen, sie nicht zu ihrer Tante zu schicken, landet sie eben doch dort: Auf einer kleinen griechischen Insel namens Tinos, auf der mal so gar nichts los ist. Colby ärgert sich wirklich darüber, denn sie hat es gerade erst in die angesagteste Clique ihrer Schule geschafft - und nun sowas! Doch ihre Eltern lassen sich nicht erweichen und sie muss ihre gesamten Sommerferien auf der Insel verbringen. Doch umso mehr Zeit sie dort ist und auch mit Yannis, dem gutaussehenden Jungen, den sie das Erste Mal auf ihrer Fähre erblickte, verbringt, zeigt sich, dass es nicht nur doch ein schöner Sommer werden kann, sondern dass sich auch Menschen und deren Einstellungen und Meinungen beträchtlich ändern können, wenn sie von der Oberflächlichkeit der Menschheit abgeschieden sind...

Fazit:

Dieser Roman stellt nicht nur die Ängste einer Jugendlichen dar, die nicht weiß wo ihr der Kopf steht: Ihre Eltern wollen sich scheiden lassen und schicken sie deshalb zu ihrer Tante, damit sie diesen Scheidungskrieg nicht miterleben muss. Ihre Versuche, ihre Eltern gegeneinander auszuspielen und zur Vernunft zu bringen (und vor allem sie wieder heim zu holen) schießen ins Leere. Doch nicht nur, dass die damit zu kämpfen hätte:

Eine Jugendliche in diesem Alter, die sich einer ganz anderen Umgebung anpassen muss, mit Leuten, die sie kaum kennt, Gepflogenheiten, die sie erst entdecken muss und einer Sprache, die ihr vollkommen fremd ist. Nur mit Petros, dem Besitzer des Internetcafes und ihrer einzigen Anhaltestelle zur Außenwelt, scheint sie sich ganz gut zu verstehen (schließlich ist sie seine absolute Stammkundin Nummer 1).

Während ich zunächst etwas verwirrt war über die Form des Romans (denn dieser ist einzig kennzeichnend durch Briefe, Tagebucheinträge und  Blogeinträge), konnte ich mich sehr gut in die Geschichte reinfinden. Vor allem der Humor einer 17-Jährigen, die den Sarkasmus einen Erwachsenen darlegt, ist absolut genial. Jeder in diesem Alter könnte sich problemlos in Colby hineinversetzen.

Die Geschichte bietet nun zwar nichts neues, doch ist er mit einer Frische erzählt, die den Leser durchaus am Ball hält und ihn an die Geschichte bindet. Was ich als schwierig empfand, ist die Tatsache, dass durch die besondere Art der Darstellung natürlich die anderen Charaktere nicht so stark hervortraten und Colby das Zentrum des Geschehens gebildet hat. Doch das muss man in der Hinsicht dann wohl so hinnehmen, denn ich wüsste auch nicht, wie ich das mit dem Stil hinkriegen sollte. Schließlich bekommt man nicht das direkte Geschehen, sondern nur die Nacherzählungen Colbys wider.

Insgesamt muss man sagen, dass sich der Roman schnell und flüssig lesen ließ, mit einer Thematik, in die sich viele Jugendliche reinversetzen können und auch einem Humor, der einem so manches Grinsen ins Gesicht zaubern kann. Dennoch zieht sich die Geschichte an manchen Stellen, sodass ich mich ab und zu ertappt habe, wie ich auf die Seitenzahl schaute, hatte dennoch aber immer wieder Lust und Freude am Weiterlesen. Die anderen Charaktere sind etwas zu kurz gekommen und die Liebesgeschichte hat einen leider nicht so berührt, wie man es von anderen Romanen vielleicht kennt.

Was allerdings sehr erfrischend war, ist, dass die Autorin die Entwicklung Colbys im Roman durchaus nachvollziehbar und wundervoll hingekriegt hat: Eine oberflächliche Jugendliche, die versucht, sich in ihre Umgebung zu integrieren (in diesem Fall die Oberflächlichkeit aller anderen), die allerdings diese Ängste überwindet und sich zum Ende hin ihre eigenen Fehler eingestehen kann und versucht, diese wieder gerade zu biegen und somit eine Courage an den Tag legt, von der sich einige eine Scheibe abschneiden könnten!

Und ebenfalls toll finde ich es auch, dass dem Leser keine Versprechungen oder Einbildungen gemacht werden, im Bezug auf eine Beziehung zwischen Yannis und Colby. Eine Liebe, die lebt ohne sich leere Versprechungen zu machen (bei einem Urlaubsflirt) ist, wie ich finde, ein gutes und offenes Ende, welche sich jeder Leser gerne selbst zusammenspinnen kann!

Kurz noch zum Cover und Titel: Der Originaltitel lautet eigentlich "Curel Summer", welcher in meinen Augen durchaus gut gewählt ist. Allerdings ist auch der deutsche Titel, passend zum Cover, ganz gut gewählt, wobei die Hibiskusblüte in meinen Augen eigentlich eine eher geringe Rolle eingenommen hat, dafür, dass das Buch nach den Blüten benannt ist.

Ich vergebe für diese Geschichte 4 von 5 Sternen, für gute Unterhaltung. Würde ich jedem empfehlen, der nach einer leichten Lektüre Ausschau hält, die einen unterhält und fesselt.

Hier nochmal einen herzlichen Dank an den cbj Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte!






Autor: Alyson Noël
Roman
Verlag: cbj; Gebundene Ausgabe
Genrè: Jugendbuch; Roman
Preis: 12,99 €

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