Mittwoch, 4. Mai 2011

Die Chroniken der Elfen 01. Elfenblut - Wolfgang Hohlbein

Eine Geschichte mit Potenzial.

Elfenblut

Klappentext:

"Eine junge Frau aus den Favelas von Rio de Janeiro, eine uralte Legende, eine Zeitreise in eine versunkene, winterliche Welt - Wolfgang Hohlbeins Elfen-Epos wirft ein völlig neues Licht auf die wohl faszinierendsten Gestalten der Fantasy."

Zum Autor:

Wolfgang Hohlbein ist der erfolgreichste und meistgelesene deutschsprachige Fantasy-Autor. Seit seinem Überraschungserfolg "Märchenmond", den er zusammen mit seiner Frau Heike schrieb, konnte sich die wachsende Fangemeinde auf zahlreiche weitere Bestseller freuen.

(Aus: Elfenblut, Informationen zum Autor)

Zum Roman:
Pia ist eine Diebin und eine Meisterin ihres Handwerks. Gemeinsam mit ihrem Kumpel Jesus lernte sie schon von Kindesbeinen, dass in der Welt der Favelas nur der Stärkste überlebt. Bei einem besonders ausgeklügelten Plan, der all ihre kleineren Diebstähle von zuvor in den Schatten stellen soll, kriegt sie mit Hernandez, der sich als wohltuender Polizist ausgibt, in die Haare. Bei einer wilden Verfolgungsjagd durch die Stadt eilt ihr jemand zur Hilfe: Ein Mann, mit langen blonden Haaren und in einer Kriegerrüstung bereit, sein Leben für ihres zu geben. Und plötzlich sieht sie sich in einer anderen Welt wieder, der ihrer gar nicht mal so unähnlich zu sein scheint. Dort wartet jedoch eine Prophezeiung auf sie, die das gesamte Weltendenken verändern soll: Eine Legende, die wiedergeboren den Frieden der Völker einleiten soll ...

Fazit:

Der erste Teil um die "Chroniken der Elfen" fängt durchaus spannend an. Man wird direkt ins Geschehen katapultiert. Sorgsam ausgearbeitete Charaktere mit facettenreichen Eigenschaften und Handlungsweisen warten auf den Leser und lassen ihn nicht aus der Geschichte entfliehen.

Mit offener Skepsis begegnete ich den Werk Hohlbeins, denn das letzte, dass ich las, war ein absoluter Reinfall. Daher war ich tatsächlich positiv überrascht in den Einstieg der Geschichte. Obwohl der Plot tatsächlich gespickt ist mit Klischees aller Art und einer Geschichte, die schon oft erzählt wurde, findet man doch kleinere Nuancen von Kreativität und Originalität in der Geschichte wieder.

Der Erzählfluss wirkt fließend und beruhigend und macht es dem Leser leichter, der Geschichte zu lauschen.

Allerdings gibt es durchaus auch negative Aspekte, die ich anderen Lesern nicht vorenthalten möchte: Auch wenn der Roman vielversprechend anfing, verliert er doch nach den ersten 200 Seiten jegliche Spannung. Von einer rasanten Szene drifftet die Handlung in einen öden Alltag ab, bei dem man es tatsächlich schwer hat, sich zum Lesen zu motivieren. Die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren sich durchaus gelungen und interessant, bringen die Geschichte meistens allerdings kaum bzw. gar nicht voran. Als Leser hat man eher das Gefühl, dass man 500 Seiten Einleitung liest, denn bis dorthin konnte ich immernoch nicht genau sagen, um was es in dem Buch bzw. der Prophezeiung von Pia nun ging.

Und die vagen Informationen, die man bekommen hat, wurden ständig nur wiederholt. Als dann endlich mal wieder Wind in die Geschichte kam, und zwar in Form eines neuen Charakters, fing die Geschichte wieder an interessant zu werden: Was genau zwanzig Seiten hielt, da dieser Charakter in nichtmal einem Satz wieder in die Grube zurückgeschickt wurde, aus der er kam.

Auch der vielversprechendste Charakter, der Hauptmann der Wache, scheinte durchaus sehr viel Potenzial aufzuweisen. Doch auch hier wurde dieses Potenzial völlig sinnlos vergeudet, denn auch dieser Charakter verschwindet gegen Ende von der Bildfläche und man hört nichts mehr von ihm.

Auch einige Logik-und Sprachfehler ließen mich manchmal stutzen und was mit dem Mann, der Pia zu Beginn der Geschichte, rettete, nun wirklich ist, erfährt man gar nicht. Jedoch lässt einen der Schluss/Epilog dennoch neugierig werden, was den zweiten Teil betrifft.

Alles in allem kann man sagen, dass der Plot nicht wirklich originell ist, durchaus aber Überraschungen bereithält. Doch liest sich der Roman mehr als eine Einleitung mit schwammigen Andeutungen und das Potenzial der Charaktere wird kaum genutzt. Getrost hätte man diesen Roman auf locker die Hälfte kürzen können und ich denke, dass das auch eine von Hohlbeins größter Schwäche ist: Nämlich die Fähigkeit, auf den Punkt zu kommen.

Ich vergebe für den ersten Teil 3 von 5 Sternen, was definitiv besser ist, als das andere Buch damals von mir bekam.

Gesamte Chronik in einem Überblick:

01. Elfenblut
02. Elfenzorn
03. Elfentod


Autor: Wolfgang Hohlbein
Fantasyroman
Verlag: Otherworld, Gebundene Ausgabe
Genré: Fantasy, Roman
Preis: 19,95 €

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