Mittwoch, 29. Juni 2011

Sturmwind der Zärtlichkeit - Johanna Lindsey


Ein etwas schwächerer Roman um den Malory-Clan

Sturmwind der Zärtlichkeit

Klappentext:

„Seeräuberromantik, karibische Abenteuer und leidenschaftliche Amouren sind Kapitän Malorys Lebenselement. Er ist das schwarze Schaf einer englischen Adelsfamilie, ein Abenteurer, ein Schurke und Herzensbrecher, aber immr ein Gentleman. Nur heiraten will er niemals – bis er die bezaubernde junge Amerikanerin Georgina kennenlernt und unter höchst ungewöhnlichen Umständen sein Herz verliert…“

Zur Autorin:

Johanna Lindsey, US-Amerikanerin, wurde im Jahr 1952 in Frankfurt am Main, Deutschland, geboren und ist einer der meist gelesenen Autorinnen historischer Liebesromane weltweit.

(Aus: wikipedia.de, 29.06.2011, 22.51 Uhr)
Zum Roman:
Während der Suche nach ihrem Verlobten trifft die schöne Georgina in einer Kneipe, verkleidet als Junge, auf James Malory, der ihr von Anfang an gutaussehend und furchtlos erscheint, aber auch als gefürchtete Gestalt durchaus Angst verbreiten mochte. Bald schon vergisst sie die Geschehnisse, als sie ihren Verlobten nach sechs Jahren nun doch findet – und sich herausstellt, dass er schon seit fünf Jahren verheiratet war und ein Kind hat. Höchst bestürzt will Georgina England verlassen. Doch der einzige Weg besteht, auf einem Schiff als Schiffsjunge anzuheuern.  Doch ausgerechnet dieses Schiff ist es, welches James Malory untersteht und mit dem sie nicht gerechnet hatte…

Fazit:

Dieser Roman um die Malorys hat mir gut gefallen, wenn auch andere Romane Johanna Lindseys, die dieses Gebiet streiften, schon bessere Lektüren waren.

Wie immer schafft die Autorin es, ein warmes Gefühl im Leser auszulösen. Mit gehörig Spannung und Action kann der Leser sich der Lektüre kaum entziehen. Die Geschehnisse sind teils ziemlich vorhersehbar, dennoch schafft die Autorin es, an der einen oder anderen Stelle den Leser zu überraschen.

Auch die Charaktere sind wieder gut durchdacht, ihre Handlungen logisch und auch England um 1800 wird in seiner Pracht dargestellt. Einen großen Pluspunkt gibt es mal wieder für den Humor, den ich bei den Romanen um die Familie Malory zu schätzen gelernt habe und der auch diesmal wieder gehörig Wind in die Geschichte brachte.

Was diesmal ein Manko war, ist, dass man schwerer als erwartet in die Geschichte eintauchen kann. Es wird, als müsse die Autorin sich selbst zuerst den Weg zu ihrer eignen Geschichte ebnen. Teilweise wirken manche Dialoge zu konstruiert und gestellt, die Poente einiger Aussagen erschloss sich mir auch nach mehrmaligem lesen nicht, und der Hammer traf mich, als mitten im Buch eine Werbung für Maggie – Küchensuppe, den Leser mitten aus dem Satz herausriss. Es ist das erste Mal, dass ich sowas bei einem Buch erlebte, und ich finde, dass das gar nicht geht und den Lesefluss unweigerlich stört.

Zudem begann mir irgendwann auch Georgina mit ihrem Verhalten auch langsam auf die Nerven zu gehen. Dies kann durchaus schnell passieren, denn die Frauen in den Romanlektüren werden häufig als willensstark und stur dargestellt, die allerdings keinerlei Einsichten über ihre Gefühle tätigen und obwohl es irgendwann so offensichtlich ist, sich immer noch dagegen zu wehren wissen.

Das Schlimmste für mich war das Gespräch mit ihren Brüdern, als James ins Haus platzte. Ich möchte nicht Spoilern, aber da habe ich mich bei manchen Reaktionen doch grün und blau geärgert und das ganze wirkte so gestellt, dass es einfach nur falsch wirkte. 

Die Erotikszenen in diesem Roman waren doch nicht so weit verbreitet, wie ich zuerst dachte, was bei der Betrachtung der Geschichte jedoch das Richtige Maß gefunden hat. 
Der Schluss riss einiges nochmal raus, natürlich, wie auch nicht anders möglich, ein Happy End, dem ich nach über 360 Seiten auch endlich entgegengefiebert habe, obwohl es sich eigentlich kaum in die Länge zog.

Insgesamt betrachtet ein gut ausgearbeiteter Roman, dessen Einstieg man sich erarbeiten muss, der dennoch annehmbare und symphytische Charaktere hervorbringt und wieder einiges an Liebes- und Erotikszenen zeigt. Natürlich überladen mit Klischees, dennoch eine lohnenswerte Lektüre, vor allem für Leser, die gerne mal eine Auszeit nehmen und sich einfach in einer leichten Lektüre mit Liebesallüren verlieren möchte.

3/5 Sternen für diesen Malory-Roman.


Autor: Johanna Lindsey 
Liebesroman
Verlag: Heyne; Taschenbuch
Genre: Fantasy, Roman
Originaltitel:  Gentle Rogue
Erscheinungstermin: 1992 (bezieht sich auf die Ausgabe von Heyne)
ISBN/ASIN: 3453056825
Preis: 4,95 €

1 Kommentar:

  1. Das bezweifle ich ;) wir sprechen hier immerhin von 4 Wochen.

    Ja ich hätte auch nicht damit gerechnet das mit "Im Schatten des Dämons" so gut gefällt, aber es ist wirklich klasse. Nu bin ich gespannt ob die anderen Bücher der Autorin auch so gut sind. Eines von ihr habe ich noch hier.

    Liebe Grüße,

    Anorielt

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