Montag, 7. November 2011

Brightmarked-Trilogy 01. Die Stadt der verschwundenen Kinder - Caragh O'Brien

Ein wunderschönes Buch, welches zum Nachdenken anregt.

Die Stadt der verschwundenen Kinder

Klappentext:

"Jeden Monat müssen die ersten drei Neugeborenen an den Mauern der Stadt abgegeben werden. So lautet das uralte, unbarmherzige Gesetz. Doch was verbirgt sich dahinter? Für die junge Gaia gibt es nur einen Weg, das herauszufinden: Sie begibt sich heimlich in die verbotene Stadt...

Zur Autorin:

Caragh O'Brien wuchs in Minnesota auf und studierte Literatur und Kreatives Schreiben. Nach dem Studium begann sie als Highschool-Lehrerin zu arbeiten und entdeckte nebenbei die Freude am Schreiben. Die Stadt der verschwundenen Kinder ist ihr erstes Jugendbuch und hat in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien viel Aufsehen erregt. Caragh O'Brien ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit iherer Familie und zwei Wüstenrennmäusen in Connecticut.
Mehr über Caragh O'Brien und die Welt von Gaia auf www.caraghobrien.com

(Aus: Die Stadt der verschwundenen Kinder, Informationen zur Autorin)

Rezension
Gaia wächst in einer schwierigen Zeit auf. Nahrung und Kleidung sind Mangelware, ebenso wie viele andere Dinge, die einzig den Auserwählten der Enklave vorbehalten sind. Dort kommen jedoch nur jeweils die ersten drei Neugeborenen des Monats hinein, denn die Dorfbewohner des Vorortes Wharfton müssen laut Gesetz der Enklave diese Babys überlassen. Gaia hat gerade ihre erste Geburt hinter sich und ihr erstes Neugeborenes bei der Enklave abgegeben, als ihre Eltern zum Verhör verhaftet werden. Warum, weiß niemand, doch nach wochenlangem Verschwinden, beginnt Gaia an dem System zu zweifeln. Gaias einzige Chance, ihre Eltern wiederzusehen, besteht darin sich in die verbotene Stadt zu schleichen. Mit Hilfe einiger Rebellen gelingt ihr das Unmögliche - doch was Gaia im Inneren der Enklave vorfindet, lässt sie an allem Zweifeln, woran sie je geglaubt hat.

Die Stadt der verschwundenen Kinder erzählt von einem System, welches den Menschen Gesetze vorschreibt, die sie nicht hinterfragen. Ferner erzählt die Geschichte von Unterdrückung, von Macht und Korruption, ebenso wie von Liebe und dem Drang, für das zu Kämpfen, woran man glaubt. Mit dem Auftakt der "Brightmarked"-Trilogie zieht Caragh O'Brien ihre Leser von der ersten Seite ab direkt in den Bann. Man wird in die Geschehnisse der Stadt eingeschleust, direkt zur ersten Geburt, die die Protagonistin Gaia als Hebamme betreut. Sofort sucht den Leser das Gefühl der Wehmut und Trauer heim, während er die Ereignisse mitverfolgt. Die Tatsache, dass die ersten drei Babys des Monats in der Enklave abgegeben werden müssen, wurde noch nie hinterfragt. Doch mit der Verhaftung ihrer Eltern beginnt Gaia am System zu zweifeln. Der erste Samen für den Verlauf der Geschichte ist gesät. Nach ihrer ersten Geburt und bei ihrem Elternhaus angekommen, lernt sie Captain Grey kennen. Ein unheimlicher und geheimnisvoller Typ, der ihr bis ins Tiefste ihrer Seele zu blicken scheint. Dieser glaubt, dass Gaia im Besitz eines Dokumentes ist, welche die Enklave unter allen Umständen zu suchen scheint. Dass dies tatsächlich der Wahrheit entspricht, doch Gaia nichts mit dem Büchlein ihrer Mutter anfangen kann, verschweigt sie ihm.

Der wunderbar leichte und im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Sprachstil der Autorin bringt einem die Charaktere unglaublich nahe. Überlegungen und Gedankengänge kommen absolut authentisch rüber, Zeichnung der Figuren ist unglaublich präzise. Vor allem Captain Grey muss man einfach sympathisch finden. In seiner Rolle als geheimnisvoller Wachmann geht er auf, doch entwickelt er sich im weiteren Verlauf der Geschichte zusehends zu einem verantwortungsvollen und intelligentem Charakter, der Gaia bald nicht mehr von der Seite weichen kann. Auch Gaia entwickelt sich zusehends: Vom naiven Kind, welche das System und die Gesetze nie in Frage stellte, zu einer jungen Frau, die durch den Kampf ums Überleben Reife und Klugheit beweist. Und tatsächlich findet man sich innerhalb der Handlung ständig auf rasanten Fluchten durch die Enklave und deren Gebäude wieder. Es kommt absolut keine Langeweile auf, der Leser wird von einem Ereignis ins nächste gezogen, ja beinahe gehetzt, obwohl es einem nicht schnell genug gehen kann. Die Spannung, die der Geschichte wohnt, hat ihre Grundlage auf der Entwicklung der Geschichte, doch ebenso auch auf der Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehung zueinander. Das skrupellose Gesetz wird ebenso vorgeführt, wie das absolute Unverständnis des Systems für "Ausreißer". Passend zum rasanten Handlungsstrang werden jedoch auch ruhigere Momente eingeführt, in denen man mehr über die Hintergrundgeschichte der Protagonisten Gaia und Captain Grey erfährt. Mit fortschreitender Seitenzahl sieht man sich immer mehr dem krönenden Finale entgegen, welches noch einige Überraschungen und plötzliche Wendungen enthält, die dem Leser absolut nahe gehen und mit Herzrasen verbunden sind. Die Geschichte als solches bietet noch eine Menge Potenzial, welches weithin genutzt werden kann und trotz dessen, dass es eine klassische Dystopie ist, bietet der Roman durch die Detailarbeit und Tiefe einen Wiedererkennungswert, der die Geschichte zu etwas besonderem in diesem Genre werden lässt.

Fazit:

Mit ihrem Debütroman Die Stadt der verschwundenen Kinder ist Caragh O'Brien ein wunderschöner Roman gelungen, der klassisch dem Dystopiengenre zuzuordnen ist, jedoch durch Details und überraschende Wendungen aus dem Mainstream heraussticht. Fans der Dystopienliteratur sind bestens bedient und auch Leser von Jugendromanen, die gerne eine ausgereifte Geschichte mit absolut sympathischen Charakteren und einer rasanten Handlung lesen möchten, sollten hier unbedingt zugreifen! Ein Roman zum Mitfühlen und Nachdenken.

Pro & Contra

+ authentische, sympathische Charaktere
+ interessante Ideen (Handlung)
+ Detailarbeit und Tiefe
+ Entwicklung der Charaktere absolut greifbar
+ wunderschöner, präzise und klarer Schreibstil
+ Traumhaftes Cover
+ Voller Emotionen
+ Rasant und spannend von der ersten bis zur letzten Seite
+ Dystopie, die zum Nachdenken anregt

- Wartezeit auf den zweiten Teil!

Bewertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5
Insgesamt:

Gesamte Trilogie in einem Überblick:

01. Die Stadt der verschwundenen Kinder
02. Das Land der verlorenen Träume
03. noch unbekannt

Autor: Caragh O'Brien
Trilogie
Verlag: Heyne fliegt; Gebundene Ausgabe
Genre: Dystopie/Jugendbuch; Roman
Originaltitel: Birthmarked
Erscheinungstermin: 24. Januar 2011 (bezieht sich auf die Ausgabe von Heyne fliegt)
ISBN/ASIN: 345352800X
Preis: 16,99 € 


Kommentare:

  1. Tolle Rezi! :) Ich fand das Buch auch richtig gut :D

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  2. Sehr schöne Rezension! Ach ja die Wartezeit...*seufz*

    Liebe Grüße,
    Niniji

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  3. Da trifft es sich ja sehr gut, dass ich das seit zwei Tagen auf Englisch bei mir habe! *.* Ich freu mich drauf! *.*

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  4. Eine sehr schöne Rezi, muss ich schon sagen.
    Das Buch bzw. das Cover war mir natürlich geläufig und auch, dass es den DistoPien zugeordnet wird ist mir nicht gänzlich fremd. Allerdings habe ich mich bisher nicht mit dem Inhalt beschäftigt und auch vehement jede Rezension dazu nicht gelesen. Dennoch muss ich sagen, dass deine Buchvorstellung einen guten Rinblick in die Feschichte gibt.
    Dennoch habe ich weiterhin nicht vor, Dieses Buch zu lesen. Ich weiß nicht ... Die Grundgeschichte reizt mich nicht so sehr.
    Aber ich kann mich auch in meinem Bauchgefühl täuschen, denn ähnlich Gabe ich damal über "Die Trinute von Panem" gedacht und diese Bücher dann gänzlich verschlungen und ich liebe sie noch jetzt. :)

    Aber ich schweife ab ...

    Liebe Grüße
    Sarah

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  5. Bitte überlies meine Tippfehler. Liegt am iPhone. :s

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  6. Nein nein, es liegt nicht daran das "Demonglass" schlecht wäre. Zugegeben, mir gefiel der erste Band besser, aber schlecht ist das Buch auf keinen Fall. Ich habe nur momentan keine Lust auf die Story. Eigentlich hatte ich von vornerein keine Lust auf die Story, hab das Buch dann aber doch angefangen weil ich die Reihe erstmal fertig lesen wollte bevor ich in Englisch wieder was anderes anfange. Ich vermute auch das "Demonglass" eine Mitteilschuld an meiner Leseflaute hat, schließlich habe ich mir die letzten Wochen immer gesagt, les erst das Buch fertig bevor du ein neues anfängst.

    Du siehst ja wie toll das geklappt hat ;) weswegen das Buch jetzt auch erstmal pausiert. Ich fange heute mit "Nacht" an und hoffe das meine Leseflaute ich dadurch wieder verabschiedet. Freu mich auch schon rießig auf "Blutbraut" und "Mortal Kiss". Letzteres brachte mir die Postbotin vorhin übrigens endlich.

    Liebe Grüße,

    Conny

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  7. Da hast du leider Recht. Du hast wie immer so viele Rezensionsexemplare, das deine Sub Bücher komplett untergehen. Wäre wirklich schade wenn es "Mortal Kiss" auch so gehen würde. Ich finde ja den Einband von "Nacht" klasse. Er fühlt sich ganz anders an als die gewohnten Einbände. Erinnert mich irgendwie ein bisschen an Stoff.

    Das Problem an der Sache ist ja, ich möchte "Demonglass" schon gerne fertig lesen. Nur wills irgendwie nicht klappen.

    Liebe Grüße,

    Conny

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  8. Also ich habe das erste Kapitel mittlerweile gewesen. Etwas gewöhnungsbedürftig der Schreibstil. In der Ich-Form geschrieben und sehr kurze Sätze, außerdem ein ziemlich deprimierender Unterton. Ich glaube, das wird kein allzu fröhliches Buch.

    Noch ein Post zu deinen Buchmessebüchern? Warst du damit nicht mittlerweile fertig?

    Ich kenns, glücklicherweise hatte ich bisher nur ein Rezensionsexemplar das ich absolut grottig fand.

    Liebe Grüße,

    Connys

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  9. Okay, der Unterton hat sich mittlerweile von deprimierenden in sarkastisch umgewandelt. Also ich habe das Gefühl, dieses Buch könnte interessant werden.

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  10. Na, ich würde nicht vorschnell ein Urteil fällen. Noch kann ich nicht behaupten das mich dieses Buch sonderlich begeistert. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, die Grundstimmung doch ziemlich düster und die Protoganistin ist mir momentan noch völlig unsymphatisch. Sie ist zu selbstbewusst, zu gleichgültig und irgendwie emotionslos. Allerdings habe ich in einigen Rezensionen gelesen das sich dies im Laufe des Buches noch ändert. Ich warte also brav ab.

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  11. Ich muss sagen, dass es auch mit Band 17 immer noch spannend ist. Liegt wohl zum einen daran, dass ich es so sehr mag wie die Autorin schreibt und zum anderen liebe ich die Bruderschaft der Black Dagger einfach.
    Es ist ja so, dass sich nach und nach den verschiedensten "Personen" gewidmet wird - wie man es auch aus anderen Büchern kennt. Nur werden nach "Abschluss" des Bandes/der Bände die Personen nicht komplett fallen gelassen. Sie spielen weiterhin eine Rolle, mal mehr mal weniger.
    Beispielsweise tragische Geschehnisse aus Band 3 oder 4 (?!) wurden jetzt so langsam wieder aufgegriffen und ausgearbeitet, waren aber nie verschwunden.
    Die Autorin lässt keine Zeit etwas zu vergessen.
    Und dann die Tatsache, dass sich alles im Gesamtbild weiterentwickelt. Bis zu Band 17 ist ein langer Weg und man bemerkt sehr extrem die Veränderungen die die Charaktere durchgemacht haben und man ahnt einfach nicht was noch kommt.

    Hach ... ich habe das Gefühl ich rede etwas wirr. :D

    Jedenfalls: Ich habe Band 1-8 vor 5-6 Monaten nochmals gelesen und wusste noch genau worum es ging, war aber genauso mitgerissen und Emotional eingebunden wie beim ersten Mal. Das finde ich einfach so super!!

    Liebe Grüße
    Sarah

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