Mittwoch, 16. Januar 2013

Irgendetwas lag hinter diesen Bäumen - Es lauerte, wartete und richtete seinen unbarmherzigen, irren Blick auf sie... [Projectbook 1, Part 1]

Sie hörte für einen kurzen Moment auf zu atmen, als sie spürte, wie das scharfe Schwert ihr Gesicht streifte. Ihre warmen Finger legten sich auf ihre linke Wange. Erstaunt bemerkte sie, wie das Blut ihr Gesicht empor schoss und spürte, wie es warm und klebrig aus der Schnittwunde heraustrat und langsam hinunter floss. Das Brennen der Wunde ignorierte sie ebenso gekonnt, wie das Unbehagen, dass sich langsam in ihr ausbreitete. Sie senkte ihre Hand, an der nun einige Tropfen ihres Blutes klebten, und konzentrierte sich.

Er hat mich doch nicht verfehlt. 

Schatten fielen auf das Feld vor ihr, die Sonne wurde von den wenigen Wolken am Himmel verdeckt und die aufkommenden Sonnenstrahlen verzogen sich so schnell, wie sie gekommen waren, wodurch die Atmosphäre noch düsterer wirkte. Staunend bemerkte sie, dass Gänsehaut ihre Arme empor kroch, obwohl es doch angenehm warm war an diesem Morgen. Der aufheulende Wind blies die wenigen Blätter, welche auf dem Boden verstreut lagen, einige Meter weiter. Kaum wagte sie es, ihren Blick von der gewaltigen Klinge abzuwenden. Jedoch beschlich sie das ungute Gefühl von der Seite beobachtet zu werden. Einen kurzen Moment richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf die Bäume jenseits der Mauern. Irgendetwas lag hinter diesen Bäumen - Es lauerte, wartete und richtete seinen unbarmherzigen, irren Blick auf sie. Spürbar lag eine grauenhafte, skurrile Freude in der Luft, ihr Geist konnte es fühlen. Und es versprach nichts Gutes. Ein eiskalter Schauer rann über ihren Rücken und Entsetzen überströmte ihren Geist. Und ja, es war Angst, bitterböse Angst, welche ihren Körper nun wie ein schleichendes Gift beschlich.

Um Fassung ringend, drehte sie sich blitzschnell um die eigene Achse, richtete ihre Aufmerksamkeit nun wieder auf den Kampf, dem nächsten Schlag ausweichend. Einen Schritt nach vorne machend holte sie aus - und schlug ihrerseits nach ihrem Gegenüber. Doch dieser parierte ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Klare blaue Augen starrten in ihre, vor Konzentration und Präzision strahlend. Als sie einen Schritt nach rechts tat und mit ihrer eigenen Klinge ausholte, um ihn mit einem Schlag in Brusthöhe treffen zu können, sah er dies voraus und parierte mühelos auch diesen Hieb. Sand knirschte unter ihren Sohlen während sie ihr Gewicht erneut verlagerte und ihre Atmung unter Kontrolle zu bringen versuchte. Fassungslos ob ihrer Unfähigkeit, ihn auch nur einmal ungedeckt erwischen zu können, sauste seine Klinge erneut auf sie herab, wobei er dieses Mal ihren Brustkorb anvisierte. Gerade noch rechtzeitig konnte sie sich mit einer Vorwärtsrolle in Sicherheit bringen. Hart schlug sie auf, duckte sich, um seinem bevorstehendem Schlag auszuweichen und machte zwei Schritte nach Rechts.

Doch nun blieb sie befangen stehen.
Sie konnte niemanden vor sich ausmachen.

Plötzlich erregte ein Geräusch ihre Aufmerksamkeit. Etwas sauste mit erstaunlicher Geschwindigkeit von hinten auf sie zu. [...]

(c) Nazurka

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Kommentare:

  1. wow, du kannst wirklich schreiben. ich liebe es geschichten von Bloggern zu lesen, leider gibt es davon viel zu wenige -.- ich schreibe auch :)

    Deine Geschichte gefällt mir, spannend, wortgewant, begierig machend auf den nächsten Teil. ;)

    Liebe Grüße
    Rubin:)

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  2. Du hast doch meine Handynummer (müsstest du zumindest noch haben), melde dich dann einfach. Und bitte bitte nicht mitten in der Nacht ;D ich muss morgens gegen 5 raus.

    Oder schreib vorher im Whatsapp. <3

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  3. Ja was hab ich denn hier verpasst! O.O
    Je mehr Schreiberlinge es gibt, desto besser! Bin sehr gespannt, wie es weitergeht! :D

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