Dienstag, 13. August 2013

Der schleichende Umschwung zum englischen Buch

Wir kennen es sicherlich alle - begeistert sehen wir einen Roman, der uns fesselt. Egal ob Cover, Klappentext, Thema - wir müssen ihn haben, und zwar SOFORT. Dumm nur, dass es eine etwas längere Serie ist und man nach langer Eigenrecherche, Nachfrage beim Verlag und den verschlungenen ersten Bänden in Deutsch feststellen muss, dass die Serie eingestellt wurde und weitere Bände nicht weiterübersetzt werden.


Nun fragt man sich: Was nun? Serie abbrechen? Mit der Frustration leben? Für viele gibt es da nur noch eine Lösung - das Umsteigen auf das englische Original. Doch neben neu entfachter Hoffnung, die Figuren und die Atmosphäre der Reihe weiter genießen zu dürfen, regen sich auch andere Gefühle wie Angst.
Angst, ob man mit dem englischen Original zurechtkommt, man alles versteht und das nötige Sprachniveau besitzt, um ohne Duden und dem Nachschlagen jeder zweiter Vokabel in den Genuss der Story zu kommen.

Hat man diese Angst einmal überwunden und den Ärger der Tatsache hinter sich gelassen, so wirft man auch mal lässiger einen Blick auf andere englische Werke, findet sich leichter damit ab, das geliebte Folgebände oder Romane bestimmter Autoren nicht übersetzt werden. Ja, es kommt sogar die Lust auf, bewusst neue Romane und Reihen auf englisch zu entdecken und zu kaufen. Es wird nicht mehr hoffnungsvoll und voller Begierde darauf gewartet, dass ein Verlag eine Lizenz erwirbt oder die Rechte zu einem bestimmten Buch kauft.
Denn der englische Markt ist groß - und seine Auswahl deutlich größer.
Dazu kommt auch noch der Preis - denn dieser ist unschlagbar. Ist man sich noch nicht sicher, verführt der geringe Preis der Romane zur Kaufsucht - und zur ständigen Vermehrung des "Englische Bücher"-Regals.


Was ich sagen will, ist: Bei mir hat sich diese Entwicklung genauso abgespielt. Und ich frage mich, ob es nicht noch mehr Leser in der weiten Bloggerwelt gibt, die eine ähnliche Entwicklung bereits durchlaufen haben. Daher würde es mich interessieren, wie stark nun der englische Buchmarkt in euren Fokus gerückt ist und inwieweit ihr euer Kaufverhalten danach orientiert. Wenn die EU wirklich die Abschaffung des Buchpreisbindungsgesetzes in Deutschland durchsetzen wird, sieht es eng aus für den deutschen Markt, der sich gegenüber dem englischen nicht etablieren kann. Wird die Zukunft so aussehen, dass wir unsere Romane bald nur noch auf englisch kaufen und lesen werden? Ist es das, worauf es hinausläuft?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare zu diesem noch sehr vagen Thema.

Herzlichst,
Eure Nazurka

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich hab schon von vielen meiner Buch-Blogger-Freunde gehört, dass sie sich die Folgebände in Englisch gekauft oder gleich die Reihe in Englisch angefangen haben. Immer mehr und mehr werden auch schon Englische und Amerikanische mit Deutschen COvern verglichen. Ich finde das alles sehr lobenswert und toll, dass Leute sich auch an Englischem versuchen, doch nach einem gescheiterten "Twilight"-Versuch habe ich nie wieder zu einem Buch in Englisch gegriffen.

    Natürlich sind die Preise sehr anziehend und auch die Tatsache, dass lang ersehnte Folgebände viel schneller dort erscheinen. Doch für mich ist wichtig, dass ich ganz ins Buch eintauchen kann. Mit meinen normalen Schulkenntnissen klappt das einfach nicht mit englischsprachigen Büchern. Deswegen habe ich wie gesagt Respekt vor Leuten die das schaffen! ;)

    Liebe Grüße
    fairytale

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  2. Geht mir ähnlich :) Wobei meine ersten, richtigen englischen Bücher, keine Fortsetzungen waren. Sondern "The Selection", "Lying Game", "Incarnate". Aller Bücher, die es auf Deutsch schon gab (Lying Game), oder bald erscheinen würden (zu dem Zeitpunkt, jetzt sind beide draußen).
    Der Ansporn war aber auch: nicht mehr auf Übersetzungen warten, nicht so viele abgebrochene Reihen, BILLIGER (deutlich) und man tut was für sein Englisch.

    Mittlerweile kauf ich 99% der neuen Reihen auf Englisch, die im Original auch Englisch sind. Wenige Ausnahmen, mir fällt grade keine ein, aber ich lass das mal so offen.
    Begonnene Reihen les ich zu 85% auf Deutsch fertig. Ausnahmen gabs da schon wieder ein paar mehr, weil ich keine Lust hatte, auf die deutsche Fortsetzunge noch ewige Monate zu warten, wenn ichs auf Englisch direkt lesen kann.

    Mittlerweile les ich Englisch gefühlt genauso gut wie Deutsch, allerdings brauch mein Hirn doch noch etwas länger und ich schaffe nur 50 Seiten pro Stunde, wenn die Schrift nicht grad riesig ist oder das Format sehr klein. Zeilenabstand. Bei Lying Game bin ich wegen Letzterem wohl etwas schneller, aber naja.

    Kurzgefasst: Englische Bücher ftw! ;3
    Ich sehs kommen, wenn ich die aktuellen Reihen auf Deutsch fertig habe, wird nur noch weniges deutsches einziehen. Neue Reihen fang ich nur auf Deutsch an, wenn ichs über Vine oder vom Verlag bekomme. Oder es deutsche Autoren sind.

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    1. *Alles
      Man ignoriere meine Tipfehler, so nach dem Aufstehen :D

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  3. Ich habe letztes Jahr damit angefangen, mir die Harry Potter Bücher auf Englisch zu besorgen und zu lesen. Einerseits dachte ich, dass es für mich leicht sein wird die englischen Bücher zu lesen, weil ich die deutschen fast auswendig kann und außerdem wollte ich mal sehen wie gut mein Englisch tatsächlich ist. Nachdem ich dann bis Band 6 gelesen habe, ist mir im Nachhinein aufgefallen wie viel leichter es wurde, wenn man sich keine Gedanken mehr über Vokabeln macht, die man nicht kennt und diese einfach überliest. Man kam dann echt gut in die Geschichte rein und es hat mir auch echt Spaß gemacht auf Englisch zu lesen ;)

    So viel Spaß, dass ich dieses Jahr "The Selection", "Legend" und "The Infernal Devices" gekauft habe und zumindest schon die Reihe von Cassandra Clare durchgelesen habe. Also auch Bücher, die man schon aus dem deutschen kannte. Einerseits ist da natürlich der Preisunterschied. Ich habe für die gesamte Trilogie von Cassie Clare knappe 20€ ausgegeben, anstatt der 60€, die ich hätte bezahlen müssen, wenn ich die deutschen gekauft hätte. Ich finde es ist eine echt nette Abwechslung mal eine Reihe auf Englisch zu lesen, einfach um mal wieder mit der Sprache in Berührung zu kommen und ich bin immer ganz stolz auf mich, wenn ich ein englisches Buch zuschlagen kann und behaupten kann, dass ich verstanden habe, warum es in dem Buch geht ;)

    Liebe Grüße
    Chianti

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  4. Ich glaube der Preis und der Ärger über Serien, die nicht mehr weiterübersetzt werden, treibt viele zu englischen Büchern.
    Ich muss aber gestehen, dass ich ein deutsches Buch (fast immer) einem englischen Buch vorziehen würde, einfach weil es sich leichter lesen lässt, denn mein Englisch ist zwar ganz gut, aber nicht so gut wie die Muttersprache. Und ich finde, das macht teilweise beim Lesen doch einen großen Unterschied aus.

    LG Desiree

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    1. Ich bin Desirees Meinung. Ich habe nämlich auch schon das ein oder andere englische Buch gelesen und klar, mein englisch ist mitlerweile leicht eingerostet, doch liebe ich es deutsche Bücher zu lesen. Mir gefällt es einfach besser, da ich für englische natürlich noch um einiges länger brauche und DE eben meine Muttersprache ist. :)

      Liebe Grüße
      Sarah

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  5. Ich lese mittlerweile auch überwiegend auf Englisch. Begonnen hatte ich vor Jahren damit, weil ich nicht mehr warten wollte bis endlich mal eine Fortsetzung übersetzt wird, aber in der Zwischenzeit gefällt mir das englische Sprachmuster viel besser als das Deutsche. Und man ist ja schnell drin in der Sprache - heute brauche ich für ein englisches Buch nicht länger als für ein Deutsches.

    Und ich hatte einfach zu viele schlechte Übersetzungen und dafür können die Autoren nichts... ich möchte nicht wissen wie viele gute Bücher mir auf diese Art vermiest wurden und darum gab es eine Zeit in der ich nur im Original gelesen habe. Erst so langsam schleichen sich wieder mehr deutsche Bücher ein, weil die Verlage anscheinend genauer arbeiten oder sich hier was geändert hat.
    Aber es werden trotzdem weiterhin viel mehr englische als deutsche Bücher bei mir einziehen ;)
    Liebe Grüße, Melanie

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  6. Ein sehr interessantes Thema.

    Ich kaufe mir ab und zu englische Bücher, wenn mich eine Reihe wirklich interessiert und es diese (noch) nicht auf Deutsch gibt. Grundsätzlich lese ich meine Bücher aber schon in deutscher Sprache, vor allem auch deshalb, weil ich viele Bücher geschenkt bekomme, sie mir ausleihe usw. Außerdem habe ich eine vierzehnjährige Tochter, die genau so gerne liest wie ich. Natürlich tauschen wir sehr viele Bücher. Sie mag englische Bücher aber nicht so gerne, weil sie die Sprache noch nicht so gut beherrscht.

    Der Preis ist aber wirklich unschlagbar, ich habe schon oft darüber nachgedacht und bin auch nicht abgeneigt irgendwann komplett auf englische Literatur umzusteigen (ausgenommen sind natürlich deutsche Autoren).

    Wenn mir eine Buchserie auf Deutsch nicht so gut gefällt und ich von vielen Leuten höre das die Übersetzung Schuld daran ist greife ich auch zum Original. Umgekehrt aber auch, wenn ich eine Reihe super finde - einfach um zu vergleichen. Ich weiß das ist verrückt, trotzdem lese ich manche Bücher in beiden Sprachen. Oft mache ich das bei Hörbüchern, wenn ich das Buch schon in der jeweils anderen Sprache gelesen habe.

    Filme und Serien schaue ich mir komischerweise auf DVD fast nur im englischen Original an. Die deutsche Übersetzung gefällt mir selten. Es kann nur passieren, dass ich alleine vor dem Fernseher sitze, falls die DVD keine deutschen Untertitel bietet. Mein Mann will sich ohne Untertitel nämlich keine englischen Filme anschauen. Schade das manche DVDs gar keine deutschen Untertitel anbieten.

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