Sonntag, 20. Oktober 2013

Der Atem der Angst - Alexa Hennig von Lange

Ein eher mittelmäßiger Jugendthriller.

Der Atem der Angst

Klappentext:

„Von Ferne hörte Louis das Rauschen des Wasserfalls. Der Wald schien ihm mit einem Mal wie ein alles verschlingendes Ungeheuer. Die Kieferzweige bereiteten sich wie ein schweres, schwarzes Gefieder über ihn. Die Baumwurzeln legten sich wie Eisenfesseln um seine Knöchel. Es roch nach aufgeweichter Erde und nach Farn. Und es roch nach Tod.

Louis‘ Freundin Michelle ist verschwunden. Und vorher bereits deren kleine Schwester Leonie. Etwas Böses scheint erwacht zu sein in der verschlafenen Kleinstadt, in der Louis lebt, und in den weiten angrenzenden Waldgebieten. Dort begegnet Louis Maya, einem rätselhaften verwilderten Mädchen, das mehr zu wissen scheint über das perfide Spiel, in das Louis geraten ist – und über eine alte, ungesühnte Schuld.“

Informationen zur Autorin:

Alexa Henning von Lange wurde 1973 in Hannover geboren und begann bereits mit acht Jahren zu schreiben. 1997 erschien ihr Debütroman Relax, mit dem sie über Nacht zu einer der erfolgreichsten Autorinnen und zur Stimme ihrer Generation wurde. Für Ich habe einfach Glück, ihren ersten Roman über ihre jugendliche Protagonistin Lelle, bekam sie 2002 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es folgten zahlreiche Romane für Erwachsene wie Kinder und Jugendliche, außerdem Erzählungen und Theaterstücke. Alexa Henning von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin.

Autorenhompage: www.alexahennigvonlange.de

(Aus: Der Atem der Angst, Informationen zur Autorin)

Rezension

Als Michelles‘ kleine Schwester Leonie auf mysteriöse Weise verschwindet, schalten deren Eltern die Polizei ein. Doch als bald darauf auch Michelle, Louis‘ Freundin, verschwindet und niemand ahnt, wo sie stecken könnte, beschließt er selbst herauszufinden, was mit den beiden geschehen sein könnte. Was er allerdings nicht ahnt: Er steckt in einer alten und geheimnisvollen Geschichte voller Schuld und Tod, die ihn selbst zu verschlucken droht. Als er Maya, ein verwildertes Mädchen aus dem Wald kennenlernt, beschließen sie dennoch gemeinsam dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Was ist damals geschehen, dass sich nun in der Gegenwart wiederholen soll? Und können sie die Ereignisse noch stoppen?

„Der Atem der Angst“ von Alexa Henning von Lange ist ein Jugendthriller, welcher Kriminalgeschichte mit Thriller-Elementen auf Jugendbuchbasis miteinander verbindet. Dabei bilden Louis, der Protagonist und Freund von Michelle, sowie Maya, ein verwildertes Mädchen, dass in den Wäldern seit Jahren zu Hause ist und die Kriminalpolizistin Heidi den Kern der Charaktere, welche die Handlung vorantreiben und maßgeblich beeinflussen. Während es darum geht, die verschollenen Schwestern Michelle und Leonie wieder aufzuspüren und die Widerwärtigen zu finden (wobei dies in der gesamten Story nur eingeworfen und nicht ansatzweise erklärt wird, wer sie sind und warum sie so genannt werden, geschweige denn, was sie darstellen) wird der Leser in eine Story gezogen, die zumindest zu Beginn mit einer gewissen Spannung aufwarten kann.

Die Figuren der Story, welche eigentlich durch ihre Handlungen den Hauptteil der Ereignisse mitbestimmen, schaffen es leider nicht, den Leser mitzureißen. Blasse, eher oberflächliche Charaktere und deren unzusammenhängende Gedankengänge wirken nicht authentisch und verblassen im Schein der voranschreitenden Handlung. Weder Michelle noch Louis veranlassen den Leser zu irgendeiner Art von Sympathie und auch die Kriminalkommissarin nervt mehr, als das man sich mit ihr in irgendeiner Art und Weise identifizieren könnte. Zudem agieren die Figuren zumeist leider unlogisch oder einfach ganz anders, als man das normalerweise erwarten würde (wenn ein Kindsentführer das Dorf unsicher macht, würde man sich doch wohl um sein Kind kümmern und es nicht drei Stunden lang draußen warten lassen, weil man die Zeit vergessen hat). Insgesamt zeichnen sich auch in der Storyline keine Nebenfiguren heraus, die über eine stereotype Gefühls-und Handlungsbasis hinauswachsen, sodass der Leser die Geschichte eher aus einem erhöhten Blickwinkel denn aus der Perspektive irgendeines Charakters verfolgen kann. Nur Maya scheint in ihrer gewissen Art und Weise eine Faszination auszuüben und zeigt, dass auch eine andere Figurenzeichnung durchaus das Interesse des Lesers einzunehmen vermag.

Im weiteren Verlauf der Handlung zieht leider auch noch Langatmigkeit in die Geschehnisse mit ein. Während man die Figuren bei ihren Ermittlungen begleitet, zeichnen sich leider bis zum Ende des Romans hin nur wenige neue Informationen heraus. Schön gelungen dagegen ist das Wechselspiel der Perspektivwechsel zwischen den Figuren, die zumindest eine gewisse Spannung zum Ende und zur Lösung des Kriminalfalls fördern. Auch gelungen sind der Autorin die Waldszenen, welche gewisse Gruselmomente beinhalten und den Lesern durchaus Schauer über den Rücken zu jagen vermögen. Leider kommt dafür der Höhepunkt der Geschichte sehr schnell, sodass zum Schluss in kürzester Zeit alles aufgelöst wird, unter anderem auch, indem neue Nebenfiguren das Spielfeld betreten und auch nur zum Fortschritt der Handlung beitragen als zu irgendetwas anderem. Auch fehlte zum Schluss einfach die Auflösung einiger Andeutungen, sodass der Leser sich von der Geschichte leider mit einem zu zügigem Ende und vielen offenen Fragen verabschieden muss.

Fazit

Der Atem der Angst von Alexa Hennig von Lange ist ein Jugendthriller, welcher leider nicht den Erwartungen der Story entsprechen kann. Zwar schafft die Autorin es, eine gewisse Spannung innerhalb der Handlung zu erzeugen und wartet auch mit überraschenden Wendungen auch, doch überwiegen leider stereotype und nicht authentische Charaktere ohne Tiefe. Die Entscheidungen der Figuren sind leider kaum nachvollziehbar und auch sonst bietet der Roman leider wenig Begeisterungsfähigkeit. Trotzdem könnten Liebhaber und Fans von Jugendthrillern bei diesem Roman auf ihre Kosten kommen.

Pro & Contra

+ Gruselige Waldszenen
+ Wechselspiel durch Perspektivwechsel

- Zu viele Fragen bleiben offen
- Thema der Widerwärtigen wird offen gelassen
- Heide als nervtötende Hauptfigur
- Charaktere & Nebenfiguren zu stereotyp und flach
- Zu rasches Ende

Bewertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 2,5/5

Insgesamt:

Alexa Henning von Lange
Einzelband
Verlag: cbt, Broschiert
Genre: Jugendthriller; Roman
Originaltitel: Der Atem der Angst
E.Termin: 25. März 2013 (Ausgabe von cbt)
ISBN/ASIN: 3570160920
ISBN-13: 978-3570160923
Preis: 14,99 €, 416 Seiten

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