Dienstag, 22. Oktober 2013

Fire and Thorns 01. Der Feuerstein - Rae Carson

Eine Story mit Potenzial.

Der Feuerstein

Klappentext:

"Einmal alle hundert Jahre wird jemand dazu auserwählt, in Zeiten höchster Gefahr ein Held zu sein. Prinzessin Elisa ist so eine Auserwählte. Doch Elisa ist auch die jüngere von zwei Schwestern. Diejenige, die noch nie etwas richtig gemacht hat..."

Informationen zur Autorin:

Rae Carson wurde 1973 in Kalifornien geboren und entwickelte schon in frühester Kindheit eine Begeisterung für das Erzählen von Geschichten. Sie studierte Sozialwissenschaften und arbeitete nach dem Universitätsabschluss in verschiedenen Branchen, bevor sie ihren Traum verwirklichte und Schriftstellerin wurde. Ihr Debütroman Der Feuerstein ist in Amerika ein Riesenerfolg.

Autorenhomepage: www.raecarson.com

(Aus: Der Feuerstein, Informationen zur Autorin)

Rezension

Elisa, Prinzessin ihres Landes, ist gleichzeitig auch die Trägerin des Feuersteins und damit zur Heldin des Jahrhunderts bestimmt. Doch Elisas Selbstvertrauen ist klein: noch nie hat sie etwas richtig gemacht, stand immer im Schatten ihrer Schwester - und war dankbar dafür. Als sie eines Tages mit dem König des Nachbarreiches Joya d'Arenas, Alejandro, verheiratet wird, muss Elisa lernen, aus ihrem Schatten zu springen. Doch was sie nicht weiß: Viele trachten der Trägerin des Feuersteins nach dem Leben. Als dann auch noch ein Krieg mit der verfeindeten Nachbarsnation droht, muss Elisa Stärke in sich selbst und in ihrem lebenden Feuerstein finden, um alle zu retten.

Mit "Der Feuerstein" spinnt Autorin Rae Carson eine interessante Geschichte voller Potenzial, welche den Leser sofort mit seiner bezaubernden Begeisterungsfähigkeit einfängt. Dabei lebt der Beginn der Story mit seinem orientalischem Flair zunächst vor allem von den Figurenvorstellungen, Erklärungen der momentanen Situation und den Charakterkonstellationen, welche sich schon früh im Roman verankern. Dabei lernt man vor allem die Protagonistin der Geschichte, Elisa, kennen und erkennt schon früh Schwächen und Stärken ihrer Selbst, welche sie zu einer sympathischen Hauptfigur machen.

Der Charakter Elisas, welche maßgeblich als einziger Hauptcharakter der Story auftritt, wird vor allem von eher passiven Eigenschaften geprägt. Sie ist still, aber klug. Dick, das Gegenteil ihrer schlanken, schönen Schwester. Und weiß absolut nicht, wie sie mit der Gesellschaft umgehen soll. Sie steht im Schatten ihrer Schwester und sie weiß nicht, ob sie dies zu schätzen wissen sollte, weil Elisa sich dadurch zurückziehen kann, oder ob es sie dies missbilligt. Was der Autorin gut gelungen ist, ist die Entwicklung der Protagonistin innerhalb ihrer ganz eigenen Quest, denn sie wird vom schwarzen Schaf der Familie zu einer starken und selbstbewussten Kämpferin, welche klug und besonnen handelt und von ihrem neuen Volk respektiert wird. Sie sehen in ihr dabei nicht nur die Trägerin des Feuersteins, sondern auch eine machtvolle Herrscherin.
Die Nebenfiguren der Geschichte, welche sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen und die verschiedensten Eigenschaften besitzen, verfolgen eigene Motive. Einerseits gibt es Figuren, die mehr Tiefe haben als andere, aber leider sind alle nur zu dem Zweck da, die Handlung voranzutreiben, sodass man leider mit keinen von ihnen wirklich warm wird.

Und genau das ist das Problem, welches diese innovative Idee und die Begeisterungsfähigkeit des Romans doch maßgeblich schmälert: Die Tiefe der Charaktere, der Storyline und der Handlung sind einfach nicht gegeben. Man kann weder authentisch mit den Figuren mitfühlen, noch Trauer oder Freude mit ihnen teilen. Auf einen selbst wirkt es, als würde man eine Geschichte innerhalb einer Glaskugel betrachten, ohne in diese hineingreifen und somit darin eintauchen zu können. Zusätzlich kommt hinzu, dass leider der Höhepunkt der Story ein viel zu rasches Ende findet. Wo die Autorin zuvor mit Detailarbeit glänzte, verliert das Finale leider deutlich an Glaubwürdigkeit. Es werden keine näheren Informationen gegeben, der Ort der Geschehnisse kaum beschrieben und selbst die Ereignisse an sich nur umrissen. Alles ist viel zu schnell vorbei, ohne richtig begonnen zu haben. Schade, denn diese Story weist Potenzial auf. Bleibt zu hoffen, dass die Autorin eben jenes Potenzial im nächsten Band ihrer Trilogie aufgreifen wird und die Negativaspekte des ersten Bandes ausmerzen wird.

Fazit

Der Feuerstein von Rae Carson bietet eine innovative und interessante Geschichte, welche vor allem mit ihrer Begeisterungsfähigkeit punkten kann. Leider ist das Potenzial der Geschichte noch nicht aufgegriffen worden und es mangelt an Tiefe und Authentizität. Dennoch ist dies sicherlich ein Trilogie Auftakt, den man im Auge behalten sollte. Fans der Fantasy und von Jugendromanen werden sich sicherlich trotz einiger Negativaspekte auf eine schöne Geschichte freuen können.

Gesamte Trilogie in einem Überblick:

03. Noch unbekannt

Pro & Contra

+ Begeisterungsfähigkeit
+ Innovative Grundidee
+ Tolles Setting

- Charakteren mangelt es an Tiefe
- Zu rasches, oberflächliches Ende
- Der Story fehlt Tiefgang

Bewertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5

Insgesamt:

Rae Carson
Trilogie
Verlag: Heyne fliegt, Gebundene Ausgabe
Genre: Fantasy/Jugendbuch; Roman
Originaltitel: The Girl of Fire and Thorns
E.Termin: 27. August 2012 (Ausgabe von Heyne fliegt)
ISBN/ASIN: 3453267184
ISBN-13: 978-3453267183
Preis: 16,99 €, 528 Seiten

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