Mittwoch, 27. Mai 2015

Ach wie gut, dass niemand weiß ... : Noahs Augenblick der Wahrheit - Alexa Hennig von Lange

Langweiliger und ziemlich uninteressanter Einblick in Noahs Gedankenwelt.

Noahs Augenblick der Wahrheit

Klappentext:

"Meine Liebe glaubt an dich!

Die exklusive Vorgeschichte zu "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." wirft einen Blick in Noahs Seele kurz vor seiner schicksalhaften Begegnung mit Sina. Ohne die Unterstützung seines Bruders hat Noah keine Wahl mehr, als den Anweisungen des "Bosses" zu folgen, der sein Wohnviertel kontrolliert und tyrannisiert. Doch als er sieht, welches Mädchen er da entführen soll, muss er sich dem Augenblick der Wahrheit stellen ..."

Informationen zur Autorin:

Alexa Hennig von Lange wurde 1973 in Hannover geboren und begann bereits mit acht Jahren zu schreiben. 1997 erschien ihr Debütroman Relax, mit dem sie über Nacht zu einer der erfolgreichsten Autorinnen und zur Stimme ihrer Generation wurde. Für Ich habe einfach Glück, ihren ersten Roman über ihre jugendliche Protagonistin Lelle, bekam sie 2002 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es folgten zahlreiche Romane für Erwachsene wie Kinder und Jugendliche, außerdem Erwählungen und Theaterstücke. Alexa Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Berlin. 

Autorenhomepage: www.alexahennigvonlange.de

(Aus: Ach wie gut, dass niemand weiß ..., Informationen zur Autorin)

Rezension

Noah steht kurz vorm Durchdrehen! Eigentlich möchte er nichts lieber, als die grausame und gewaltvolle Welt, in die er und sein verstorbener Bruder hineingeraten sind, verlassen. Doch niemand verlässt einfach seine Gang, ohne ungestraft davon zu kommen. Doch ihm bietet sich ein Ausweg, ein letzter Auftrag, bevor er das in die Tat umsetzen kann. Er soll ein Mädchen entführen und dann ist er draußen. Noahs Augenblick der Wahrheit ist gekommen: Kann er ein unschuldiges Mädchen ausliefern, um sich selbst zu retten?

Mit dieser Kurzgeschichte zum Roman Ach wie gut, dass niemand weiß ... von Alexa Hennig von Lange, bekommt der Leser erste Eindrücke in die Augenblicke vor dem Zusammentreffen der beiden Protagonisten Noah und Sina. Diese, aus Noahs Perspektive erfassten Eindrücke, beschäftigen sich größenteils mit Noahs Problemen und seiner Vergangenheit - und dem Augenblick, da er Sina das erste Mal auf einem Foto erblickt und sich entscheiden muss, ob er sie wirklich entführen soll und kann, nur um sich selbst zu retten.

Man bekommt dabei ein paar Eindrücke von Noahs Persönlichkeit und seines Innenlebens, die jedoch nicht sehr weltbewegend und auch nicht sehr authentisch rüberkommen. Vielmehr wirkt alles sehr konstruiert, wenig emotional und auch über die maßen kitschig. Sich in das Foto eines Mädchens zu verlieben und danach sein ganzes Leben auszurichten ist wohl ein sehr gewagter Schritt für jemanden, der zuvor kaum was unternommen hat, um sich zu ändern und den Tatsachen ins Auge geblickt hat, wie sie sind. Dass Hoffnung in seinem Herzen gedeiht ist definitiv glaubwürdig; Hoffnung auf ein besseres Leben, auf die Chance raus aus seiner Misere. Doch seine plötzlich entwickelten Gefühle für Sina kann man kaum nachvollziehen und wirken einfach nicht glaubwürdig.

Desweiteren gibt es in dieser Kurzgeschichte einfach kaum Inhalt. Natürlich fokussiert sie sich auf Noah als Person und diesen einen Augenblick, der sein Leben verändern soll. Dennoch hat man einfach das Gefühl, dass nichts von Tragweite passiert und dümpelt über die Kurzgeschichte ohne wirklich Interesse oder Teilnahme an der Situation der Figur zu entwickeln. Eigentlich ist sie im Gesamten auch einfach nur langweilig und bringt zudem keinen wirklichen Mehrwert zur vollen Geschichte, die durchaus sehr süß ist. Man schleppt sich eigentlich nur durch die Kurzgeschichte, in der Hoffnung, es würde doch noch was aufregendes passieren, dass einen fesseln kann und einem Noah als Charakter näher bringt. Doch hier wartet der Leser vergeblich, denn die Story endet genauso langatmig, wie sie begonnen hat, und liefert zum Schluss leider nur Enttäuschung, wobei man aus diesem 'Augenblick der Wahrheit' doch so viel mehr hätte rausholen können. Schade, denn die Hauptstory ist definitiv lesenswert.

Fazit

Noahs Augenblick der Wahrheit von Alexa Hennig von Lange ist leider eine enttäuschende Kurzgeschichte, die keinerlei Mehrwert zur Hauptstory des Romans Ach wie gut, dass niemand weiß ..., in der die eigentliche Geschichte von Sina und Noah erzählt wird, beiträgt. Langatmig, viel zu konstruiert und kitschig und ohne weitreichende Entschlüsse seitens Noah muss sich der Leser durch seine Gedanken und Gefühlswelt quälen, nur um am Ende nichts neues oder tiefgründigeres über seine Figur zu erfahren. Schade, denn das Potenzial dieses Augenblicks hätte durchaus besser genutzt werden können. Und obwohl die Kurzgeschichte hier definitiv keiner weiteren Beachtung bedurft, ist der eigentliche Roman definitiv einen zweiten Blick wert!

Hauptroman:
Ach wie gut, dass niemand weiß ...

Pro & Contra

+ Eindruck in Noahs Innenleben

- Verspieltes Potenzial
- Langatmig von vorne bis hinten
- Gefühle und Gedanken zu konstruiert und kitschig
- Augenblick geht ohne weitreichende Tragweite verloren
- Mehr eine Qual als ein Lesevergnügen

Bewertung:

Handlung: 1/5
Charaktere: 1,5/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung 2/5

Insgesamt:

Alexa Hennig von Lange
Kurzgeschichte
Verlag: cbt, Ebook
Genre: Jugendbuch; Kurzgeschichte
Originaltitel:  Noahs Augenblick der Wahrheit
E.Termin: 19. Juni 2014 (Ausgabe von cbt)
ISBN/ASIN: B00KG63UK0
Preis: 0,99 €, 41 Seiten

1 Kommentar:

  1. Hallo Nazurka =))))

    Deine Meinung zu diesem Buch bestätigt mich in meiner grundsätzlichen Einstellung, nämlich dass exklusive Zusatzbände, die sich mit Vorgeschichten, anderen Blickwinkeln oder sonstwas beschäftigen, nicht immer ein Gewinn sind. Selbst, wenn einem die eigentliche Hauptstory gut gefällt.
    Also für mich muss es sowas in den wenigsten Fällen geben =).

    LG
    Anja

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